Panel Discussion: Automation by Default

In der Intralogistik entwickelt sich die Automatisierung rasch von einer optionalen Zusatzfunktion zu einer strategischen Notwendigkeit – angetrieben durch Arbeitskräftemangel, steigende Kundenerwartungen und immer komplexere Lieferketten. Die Diskussionsteilnehmer beim TEST CAMP waren sich jedoch einig, dass es bei der Automatisierung nicht darum geht, Menschen um jeden Preis zu ersetzen, sondern darum, betriebliche Probleme zu lösen.

An der Podiumsdiskussion „Automation by Default“, moderiert von Charleen Clarke, Mitglied der IFOY-Jury und Chefredakteurin von FOCUS on Transport & Logistics, nahmen Richard Bormann vom Fraunhofer IPA, Baret Davidian von Wiltsche Fördersysteme, Emil Hauch Jensen von The Mobile Robot Company, Michael Malik
von STILL und Immanuel Mark von Jungheinrich teil.

Für viele Unternehmen ist der Arbeitskräftemangel mittlerweile ein Hauptgrund für die Automatisierung. Davidian führte den deutschen Süßwarenhersteller Reber als Beispiel an. „Ihnen gingen die Arbeitskräfte aus. Sie setzten zwar Leute aus der Region ein, hatten aber große Schwierigkeiten, neue Mitarbeitende zu finden“, erklärte er. Das Unternehmen investierte schließlich Millionen Euro in robotergestützte Verpackungssysteme. Davidian warnte, dass demografische Veränderungen das Problem noch verschärfen. „Die alternde Belegschaft stellt eine erhebliche Herausforderung dar. In fünf Jahren werden fast alle Babyboomer im Ruhestand sein.“
Automatisierung bedeutet jedoch weit mehr als nur die Installation von Robotern.

Mark betonte, dass Unternehmen zunächst ihre Prozesse standardisieren und die Datenqualität verbessern müssen. „Die Stammdaten müssen stimmen.
Die Prozesse müssen klar geregelt sein“, sagte er. Mark betonte, dass Automatisierung die Konsistenz erheblich verbessern und Fehler reduzieren kann. „Ein automatisiertes System gerät nicht unter Stress, es beginnt nicht zu improvisieren und es macht keine Fehler.“

Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass die Kosten für Automatisierung rapide sinken, auch wenn die Kapitalrendite weiterhin entscheidend ist. „Es gibt einige Einstiegslösungen, die kostentechnisch viel zugänglicher sind“, sagte Malik. Er warnte jedoch davor, sich nur auf den Kaufpreis zu konzentrieren. „Man muss das Gesamtbild betrachten – den gesamten Betrieb, das gesamte Geschäft, die Prozesse.“

Jensen ist der Ansicht, dass Wettbewerb und Skaleneffekte den Markt verändern. „Die Kosten für die Automatisierung sinken dramatisch“, sagte er. „Die Chinesen sind in den letzten fünf Jahren in großem Stil nach Europa gekommen, und das hat einen enormen Preisdruck auf den Robotermarkt ausgeübt.“ Er merkte auch an, dass die Bereitstellungszeiten rapide schrumpfen. „Wir sprechen hier von einem Tag.“ Trotz der Fortschritte verläuft die Einführung nach wie vor relativ schleppend.

Clarke merkte an, dass derzeit nur etwa drei bis fünf Prozent
der Gabelstapler automatisiert sind. Bormann ist der Ansicht, dass Flexibilität nach wie vor ein großes Hindernis darstellt: „Man braucht strukturierte Prozesse, damit automatisierte Gabelstapler effizient arbeiten können.“

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