Start-ups: Zwischen Superkraft und Achterbahnfahrt

In der Logistikbranche ist der IFOY AWARD so etwas wie der Oscar für Innovationen. Doch bevor die begehrten Trophäen im Juni verliehen werden, hatten die Finalisten des Spin-off-Awards IFOY Start-up of the Year beim Panel „Start-ups: Herausforderungen und Learnings“ die Möglichkeit, sich beim TEST CAMP INTRALOGISTICS auf dem Podium zu beweisen. Unter der Moderation von Stefanie Nonnenmann (impact media projects) diskutierten die Gründer über ihre Visionen und die harte Realität zwischen Finanzierungsstrategien und der Suche nach passenden Investoren.

Zum Einstieg nutzte die Runde ein spielerisches Bild: Welche Superkraft hätte das eigene Unternehmen? Für Mariya Rajendran (AI2Connect) ist es die „Entlastung“ - Teams durch KI effizienter und nachhaltiger zu machen. Damjan Miklić (Romb Technologies) setzt auf „Super-Flexibilität“, um die Spannungen des Marktes in Energie umzuwandeln, während Daniel Jarr (Pyck) sich für seine Kunden als Befreier aus der „Hölle starrer Altsysteme“ sieht. Massoud Koshan (Koiotech) wählte das „Fliegen“, um logistische Hürden elegant zu überwinden. Investor Markus Hueting (XPRESS Ventures) ergänzte trocken: Seine Superkraft wäre die „Glaskugel“, um schon heute den Erfolg in 15 Jahren vorherzusehen.

Hinter dem Erfolg stehen oft radikale Richtungswechsel. Massoud Koshan berichtete, wie Koiotech ursprünglich KI-Systeme zur Vermessung von Kartoffeln auf Erntemaschinen entwickelte, bevor die Logistikbranche ins Visier genommen wurde. Heute erkennt ihre Technologie statt Knollen Packstücke. Auch Daniel Jarr gründete aus dem Schmerz heraus: Der Pyck-Chef  erlebte bei einem Systemintegrator, wie Innovationen an sechsstellig bepreisten API-Dokumentationen scheiterten.

Die Teilnehmenden am Panel waren sich einig: Erfolg misst sich nicht an technischer Perfektion, sondern am gelösten Kundenproblem. Damjan Miklić betonte, dass man nicht an Firmen verkauft, sondern an Menschen - Emotionen und Storytelling inklusive. Mariya Rajendran gab den wohl wichtigsten Rat für die frühe Phase: „Verkauft euer Produkt, bevor es perfekt ist. Hört auf die Kunden, nicht auf euren Ego.“

Markus Hueting untermauerte dies aus Investorensicht. Ein perfekter Pitch braucht keine 40 Seiten - fünf bis sechs prägnante Slides zum Problem und zur Lösung genügen. Sein Credo für Gründer: „Startup ist eine wilde Achterbahnfahrt. Die Erfolgreichen sind nicht die mit der ersten perfekten Idee, sondern die, die immer wieder aufstehen.“

Mit der Nominierung für den IFOY AWARD haben alle vier Unternehmen bereits einen Meilenstein erreicht. Ob Sichtbarkeit, Motivation für das Team oder neue Investorenkontakte - die „Achterbahn Logistik“ nimmt für Koiotech, Pyck, Romb Technologies und AI2Connect gerade erst richtig Fahrt auf.

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